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diorama-sänger torben wendt: »wenn ich bester dinge bin, fällt es mir schwer, musik zu machen«
REUTLINGEN. Energiegeladener Elektro-Pop mit intelligenten Texten und einem Schuss Melancholie: So lässt sich das Programm von Diorama umreißen. Die Darkwaver kommen am Samstag um 21 Uhr ins Reutlinger Nepomuk. Eine Rarität, denn die überregional recht erfolgreiche Gruppe ist in der Region eher selten zu hören. Und das, obwohl Bandgründer Torben Wendt in Reutlingen lebt. Armin Knauer hat den Sänger und Songwriter befragt.
ak: Wie kommt es, dass man euch hier in der Region so selten hört?
Torben: Das liegt wohl daran, dass die Musikszene in dem stilistischen Kontext, in dem wir uns bewegen, hier nicht so ausgeprägt ist. Es gibt hier keine großartige Infrastruktur mit Clubs als Veranstaltungsträgern, da kann Reutlingen mit anderen Großstädten nicht mithalten. Wie ich in der letzten Zeit beobachtet habe, ist die Szene hier aber durchaus im Kommen, das Interesse für die Art von Musik, die wir machen, wächst. Das haben wir auch bei unserem letzten Auftritt hier erlebt.
ak: Ihr pflegt einen eher dunklen Musikstil. Was reizt Sie am Melancholischen und welche Erfahrungen fließen da mit ein?
twn: Das ist eine persönliche Sache. Wenn ich bester Dinge bin, fällt es mir schwer, Musik zu machen. Die Musik brauche ich, sobald es mir nicht so gut geht, genau so wie andere dann vielleicht Tagebuch schreiben, ein Gedicht verfassen oder mit der besten Freundin reden. Der andere Grund ist, dass mir Sachen, die übertrieben fröhlich sind, überhaupt nicht gefallen. Was in der Kunst eine gewisse Traurigkeit in sich trägt, kann ich persönlich nachvollziehen, bei allem anderen fällt mir der Zugang schwer. In meine Musik fließt dabei alles an Erlebnissen und Gedanken ein, was ich mittels anderer Kommunikationskanäle so nicht äußern könnte.
ak: Ein Titel von Euch ist jetzt auf Platz zwei der Alternative-Charts gelandet. Was ist Euer Erfolgsrezept, um die Leute anzusprechen?
twn: Ich glaube, Hartnäckigkeit ist ein wichtiger Punkt. Wir sind seit 1999 konstant mit unserer Musik unterwegs, das zahlt sich irgendwann aus. Und dann auch die Treue zur eigenen Linie. Wir haben nie Kompromisse gemacht, haben uns nie darauf eingelassen, uns mit unserer Musik in eine Richtung zu begeben, wo wir nur Erwartungshaltungen bedienen würden. Ich glaube, dass es irgendwann vom Markt honoriert wird, wenn man die Dinge anders macht, seinen eigenen Weg findet und geht.
interview: Armin Knauer & torben wendt
foto: silke jochum
quelle magazin-interview: reutlinger general-anzeiger - 22. märz 2007

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