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O: Nicht allein der Sound, auch dein Gesang ist harscher und aggressiver geworden. Durch den variablen Gebrauch deiner Stimme vermittelst du noch intensiver als früher die jeweilige Atmosphäre der Lieder. Wie kam es zu dem Entschluss, deine Vocals vermehrt als zusätzliches „Instrument" zu nutzen?
TWn: Wir haben versucht, die musikalische Untermalung der Songs geradliniger, strukturierter zu gestalten als bei den letzten beiden regulären Alben. Dadurch ist Spielraum entstanden, die Stimme nicht nur als führendes Element einzusetzen, sondern auch als wandelbares Begleitinstrument. Zudem ist das eine Sache von Einflüssen. Von einigen Bands, die ich in letzter Zeit privat gehört habe (Tool, Porcupine Tree, Thom yorke, Amplifier), habe ich eine Menge Inspirationen für den Einsatz von Stimme bezogen.
O: Kein Mord ist wieder einmal der einzige deutsche Track auf der Scheibe. Wieso diese punktuelle Verwendung von deutschen Texten auf nahezu allen Platten? Verbindest du mit deinen deutschen Titeln, etwa Das Meer oder Unzerstört, ganz besondere Momente, sodass sie sich deshalb klar vom Rest des Materials abheben?
TWn: Mit den genannten Stücken verbinden mich tatsächlich ganz besondere Momente, das ist jedoch nicht der Grund für die Entscheidung, zu einer spezifischen Sprache zu greifen. Diese Entscheidungen passieren nicht bewusst. Es hängt davon ab, was mir in den Sinn kommt und was nicht. Dass sich auf den meisten Alben genau ein deutsches Stück einfindet, ist Zufall. Wenn auch ein Zufall mit Tradition.
O: Für viele steht der Name Diorama für den Willen eines Menschen, nicht zu stagnieren und stattdessen immerzu nach neuen Ausdruckswegen zu suchen und diese konsequent zu verfolgen. Zweifellos ist solch eine Einstellung künstlerisch bewundernswert, aber in der heutigen Musikbranche sicher nicht leicht durchzuhalten. Wie siehst du dieses Problem? Und wie gelingt es dir, dich der Maschinerie in dem Maße zu entziehen, dass du den Kopf für deine Kreativität frei behältst?
TWn: Es gibt vieles im Musikzirkus, mit dem ich mich nur schwer arrangieren kann, aber auf die Pitcairn Islands zu fliegen und dort den Kopf in den Sand zu stecken, hilft niemandem. In Burning Out geht es darum, für seine Kunst auszubrennen, ohne dass die Flammen irgendjemanden erreichen. Sozusagen alles zu geben und nichts zu erwarten. Diese Bereitschaft hatte ich von Anfang an.
O: Du hast zu Beginn unseres Gesprächs angedeutet, dass ihr eine Bühnendarbietung des aktuellen Materials plant. Dürfen wir uns demnach auf eine Diorama-Head- linertour im Herbst freuen?
TWn: Das stimmt, an einer Tour im Herbst arbeiten wir momentan mit Hochdruck. Diese wird uns vornehmlich quer durch Deutschland führen. Zusätzlich sind Konzerte in Spanien, Polen, Mexiko, Holland, Serbien, Russland und weiteren Ländern anberaumt. Und natürlich noch eine Reihe von Sommerfestivals.
interview: Kristina Logemann
foto: annie bertram
quelle magazin-Interview: orkus - juni 2007
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