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Wir haben ein paar Fragen ... öhm 65 ... auch von Fans gesammelt, allerdings kommt der größte Teil von uns...dann wollen wir mal!
Torben: Los geht´s...ja ...nein... ja... tschüss... ;-)...
Lautes Gelächter...
Betty: Erzähl doch einmal, wie das Logo von Diorama entstanden ist und was es bedeutet.
Torben: Das Logo hat ein Freund von uns gemacht, Heiko, der ziemliche Skills in Richtung Artdesign hat. Meine Idee war, eine Maske zu symbolisieren, die ein völlig ausdrucksloses Gesicht darstellt, wie eine Opernball-Maske und hinter der Maske brennt es eben, brodelt es oder wie auch immer. Die Flammen deuten an, dass hinter der Maske viel passiert, viel in Wallung ist. Aber der Gesichtsausdruck bleibt trotzdem völlig leer, gleichgültig und hohl. Das symbolisiert die Philosophie hinter Diorama, dass viele Dinge im Hinterkopf kochen, aber die Miene nichts verrät. Also die Miene, die man an den Tag legen muss, um im Alltag klar zu kommen. Man kann ja nicht alle Gefühle und Gedanken die man hat, direkt ausleben und ausdrücken, deswegen bleibt das Gesicht erst einmal unverändert und bleich im Sinne des Pale-Gedanken, der damals mit hineinspielte. Letztendlich geht es darum, dieses Bild darzustellen, musikalisch. Dass eben doch gefühlsmäßig und gedanklich unheimlich viel passiert, ganze Welten entstehen und zusammenbrechen. Man muss das im Alltag nicht zwangsläufig ausleben oder ausdrücken und kommunizieren, solche Gefühle und Gedanken kann man auch haben ohne dass es jemand mitbekommt.
Felix: Obwohl das Logo ja schon eine Entwicklung durchgemacht hat. Wenn man die Pale anschaut, das Inlay... das ist der Ursprungsentwurf von Heiko... etwas detaillierter dar- gestellt. Das wurde dann im Verlauf noch abstrahiert, man sieht ja jetzt nur die Konturen.
Betty: Das hast Du doch auch als Tattoo, oder?
Felix: Das habe ich als Tattoo, und der Berni hat es sich stechen lassen, ziemlich gleichzeitig, und der Meister hat es jetzt auch schon seit 2 Wochen. Das ist eine Sache der Identifikation. Für mich war es auf jeden Fall so.
Biggi: Und wo kommt das mit dem Blatt her? Das taucht ja auch immer mal wieder auf.
Torben: Das Blatt ist zu "Her liquid arms" Zeiten irgendwann als Emblem dazu gekommen. Es hat eigentlich keinen klaren thematischen Hintergrund. Optisch hat es sehr gut gepasst. Auf der CD selber ist eine Ähre, eine Kornähre.
Biggi: Auf der "Device"!
Torben: Auf der "Her liquid arms" auch.
Biggi: Aber da ist es anders.
Torben: Auf dem CD-Print der "Her liquid arms" ist jedenfalls so ein Teil mit drauf, eine Kornähre, und das hat uns sehr gefallen, weil es etwas Organisches ist und trotzdem irgendwie leblos, nicht in die Welt passend, die man musikalisch darstellt. Das ist etwas auf den ersten Blick Absurdes und deswegen irgendwie berechtigt an der Stelle.
Felix: Wobei das Konzept zur Grafik von der "HLA" passt und das ist von der Erde und der Natur beeinflusst worden.
Torben: Maßgeblich vom Meer. Aber sehr abstrakt... diese Ideallandschaften mit den ausgewaschenen Steinformationen sind abstrakt, wie Mondlandschaften, nicht wirklich greifbar. Diese Ähre ist jedoch ein ganz konkretes Objekt das einem entgegenstrahlt. Das ist durchaus ein guter Kontrast. Wobei es gleichzeitig in den Rahmen passt, das stimmt schon.
Betty: Wer denkt sich das alles aus und woher kommen solche Ideen? Schließlich findet ja keiner raus was das darstellen soll. Ist das so gewollt oder macht ihr euch einen Spaß draus? Zumindest ist dieses ziemlich 'confusing'..!
Torben: Es kommt darauf an. Das ist bei allen Grafiken bis jetzt ziemlich unterschiedlich gewesen. Also bei der "Pale" war noch nicht so ein riesiges Konzept dahinter, da war ich generell froh, dass die CD überhaupt hergestellt wird und irgendwann ihren Weg findet. Insofern haben wir da eher etwas genommen, was optisch gepasst hat, ästhetisch aussah und die Stimmung widerspiegeln konnte. Wir haben lange gesucht und sind irgendwann auf dieses Polaroid gestoßen - von einer Kathedrale in Südfrankreich, die eine Pilgerstätte ist, weil irgendwelche Blutstropfen von Maria einst auf den Altar träufelten oder was weiß ich. Lourdes oder so ähnlich heißt das Ding.
Felix: Das ist bekannt...irgend so eine Kathedrale.
Lachen
Torben: Ich habe damit nicht soviel am Hut, wie du siehst! Jedenfalls hat es sehr gut gepasst und wir haben uns damals entschieden, dieses Motiv für das Artwork zu verwenden. Bei "Her liquid arms" steckt ein größeres Konzept dahinter, dieses Meerkonzept. Die Grundlage bilden Gesteinsformationen aus amerikanischen Canyons. Daher stammen die Bilder, die dann anders zusammengebastelt und komponiert wurden. Der Ansatz dahinter war, was kann Wasser oder was kann das Meer anrichten? Welche Veränderungen kann es hervorrufen, auch wenn man den Vorgang nicht sieht. Das ist ein Synonym für die innere Entwicklung, die man durchmacht, wenn man das Meer und das Wasser auf sich wirken lässt. Wasser ist dazu in der Lage, ganze Gebirge auszuwaschen zu einer schönen und skurrilen Landschaft, und gedanklich ist es ähnlich. Wenn man das Meer auf sich wirken lässt, dann passiert auch viel in einem - es gibt dir eine innere Ruhe, wäscht deine Seele aus. Darauf sollte die Grafik unter anderem anspielen.
Biggi: Und bei der "The art of creating confusing spirits"? Das ist ja nun überhaupt nicht zu identifizieren!
Torben: Da wollten wir wieder etwas Biologisches haben, also die Idee war eine Pflanze zu kreieren, die einem bekannt vorkommt, aber auch wieder nicht. Unser Grafiker ist auf die Idee gekommen, einen Kaktus dafür zu nehmen.
Felix: Ja das war seine Idee. Er hat einen Kaktus gescannt. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen!
Torben: Damals waren wir in einer Phase, da haben uns solche Frickeleien gekickt. Da haben wir direkt gedacht: Passt! Weil es uns auch ein bisschen an Fraktale erinnert. Diese Apfelbäumchen da.
Biggi: Also ich konnte das wirklich gar nie identifizieren!
Felix: lacht
Torben: Wir auch nicht! Genau das hat ins Konzept gepasst...für uns! Weil das damals eine Zeit war, musikalisch, in der wir unheimlich viel gemacht haben, was nicht geplant war. Wir haben uns getroffen und Musik gemacht; herausgekommen ist oft etwas ganz Komisches, das wir nicht beabsichtigt hatten. Weil es sich so entwickelt hat. So war es mit der Grafik auch. Wir dachten damals, wenn wir uns schon musikalisch nicht auf ein steifes Korsett beschränken, neue Wege beschreiten, ganz neue Dinge auf uns wirken lassen... warum sollen wir grafisch nicht ähnlich verfahren und einfach etwas nehmen was uns gefällt, obwohl es nicht direkt zuzuordnen ist? Wobei ich sagen muss, dass in dieser Zeit generell viel mehr auf der musikalischen Ebene stattgefunden hat, als grafisch oder bildlich. Bei der "The art of creating confusing spirits" war mir die grafische Umsetzung nie so wichtig wie die musikalische.
Biggi: Wonach entscheidet Ihr denn, mit wem ihr bei den Grafiken zusammenarbeitet, denn es sind ja nun nicht immer unbedingt die gleichen Leute, oder?
Felix: Eigentlich schon, doch. Bei der Grafik schon.
Torben: Das Debut-Album hat jemand anderes grafisch umgesetzt. Aber seitdem arbeiten wir immer mit dem gleichen Team zusammen.
Biggi: Apropos Debut! Bei der Erstveröffentlichung - hinter der CD, das Grüne, was ist das?
Torben: Rate mal!
Biggi: Wir wissen es ;-)... nur für alle!
Torben: Das ist grün eingefärbtes Eis.
Betty: Speiseeis...
Biggi: Wir haben gerätselt ob es vielleicht Pistazieneis ist ;-)!
Felix: lacht...
Torben: Waldmeistereis... Nein, das ist ein Foto, das ich selbst geschossen habe. In einem norwegischen Gletscher, eine Eisformation, die sich dann geeignet hat.
Betty: Aha!
Biggi: Auf so etwas muss man einfach erst einmal kommen!
Betty: Amaroid, Tentakeln...für konfus spriessende Gedanken?
Torben: Ja. Es geht um Interaktion zwischen sich und der Welt, also diese Tentakeln sollen auch Tentakeln sein! Auch wieder etwas Organisches, wie sich eigentlich bei allen CDs organische Elemente finden lassen. Ein Symbol für die Interaktion der eigenen Psyche mit der Welt und wieder zurück. Wie Strahlen... Gedankenstrahlen... Fühler.
Betty: Da bist Du ja fotografiert worden, oder?
Torben: Es wurde zwar ein Foto von mir verwendet, das dann auf diese Weise entstellt wurde, aber dafür bin ich nicht extra fotografiert worden.
Felix: Die Entstehungsgeschichte ...
Torben: Die Entstehungsgeschichte von "Amaroid" ist spektakulär!
Betty: Tja dann erzähl mal!
Torben: Ursprünglich war der Plan, ein Raumschiff zu basteln, so ein Zwitter aus technisch und biologisch, eine Mischung aus Alien, Fisch und wirklichem Raumschiff. Das haben uns 2 Grafiker entworfen. Ein Raumschiff, das diese Reise ins Vakuum, die sich auf der "Amaroid" vollzieht, symbolisiert. Wir befinden uns praktisch in dem Raumschiff und das Raumschiff führt uns in diese Welt. So war der Gedanke. Das wurde so entworfen und als es fertig war, haben wir gedacht es ist cool, aber noch nicht perfekt. Es trifft noch nicht so die Aussage, einfach dieses Objekt da zu sehen.
Felix: Obwohl das Raumschiff an sich, mit einem CRD-Programm, hat man früher noch nie gesehen, dass so etwas einmal möglich ist, die Umsetzung, die Tentakeln hinten raus...
Torben: Der Grafiker ist ein Typ, der normalerweise für KFZ-Firmen Dinge entwirft, Scheinwerfer, Prototypen und so was. Er hat uns eben dieses Raumschiff gebastelt. Tja und dann musste irgendetwas mit diesem Raumschiff geschehen. Nun, diese Tentakeln haben uns direkt angesprochen, die das Raumschiff hinter sich hergezogen und damit irgendetwas gesagt hat, und dann haben wir so viel damit herumexperimentiert, dass wir irgendwann darauf gekommen sind, das Objekt nicht als Raumschiff zu sehen, sondern eben als Ergänzung einer Person. Sprich das Objekt, das wir haben wollten, mit einer Person, mit einem Menschen zu kombinieren. Deswegen auch innen, wenn Du das Booklet aufblätterst, in der Mitte dieses Centerfold, wo wir alle 4 stehen und jeder von uns hat ein Raumschiff auf, wie ein Helm, wie ein Kopf.
Betty: Die "Repale", die Entstehung des Booklets, vielleicht für diejenigen noch mal, die nicht im Forum angemeldet sind, also den Blog nicht lesen konnten.
Torben: OK. Kurzfassung ;-)! Die Idee hinter dem Booklet war, eine Art Logbuch zu verfassen, in dem die Songtexte, als Logbuch-Einträge verewigt sind, die aber aufgrund der Tatsache, dass das Schiff gesunken ist und erst viel später gefunden wurde, verwittert, verwaschen und teilweise gar nicht mehr lesbar sind. Gleichzeitig sollten in diesem Logbuch Seekarten zu sehen sein, die den Weg zu der Insel weisen, die jeder von uns sucht. Eine Art Heimat, die einsame Insel eben, die man sich so oft wünscht und die es in der Form einfach nicht gibt, wodurch auch die Wege dorthin, die man sucht, Illusionen bleiben. Die Grafik ist dann eine Mischung geworden aus unbrauchbaren Seekarten, die zwar schon eine Orientierung abbilden, nach der wiederum aber überhaupt nicht zu navigieren ist, mit eben diesen Texten die im Hintergrund abgedruckt sind. Die Texte habe ich dann... das war so eine Idee... das musste ich irgendwie so machen, warum auch immer... Ich habe mir eine alte Schreibmaschine besorgt von sonst wann, 1920, und habe sämtliche Songtexte mit dieser Schreibmaschine getippt. Ich habe mich die ganze Zeit verschrieben... wer eine Computertastatur gewöhnt ist, der weiß: Backspace und fertig! Aber so... Eigentlich wollte ich mich ja auch verschreiben, aber absichtlich... und das passte dann gar nicht zusammen. Ich musste immer wieder neu anfangen. Die Kartonseiten, auf die ich die Texte geschrieben hatte, habe ich im Anschluss durch die Pampa gezogen...durch Erde, Stein, Kiesel, übers Gras, durch Hecken, über Wald und Flur..
Lachen
Torben: Man sieht wieder... organisch! Die Natur spielt immer wieder eine Rolle! Dann waren die Texte endlich halbwegs zerstört, ich hatte sie aber natürlich vorher bereits eingescannt. Dann habe ich sie in dem zerstörten, verschmierten und verdreckten Zustand mit Wasser, teilweise auch mit Spülmittel, übergossen und eingefroren, und habe...
Betty: Welches?
Leises Lachen...
Torben: Fairy Ultra... sie dann nach ungefähr 20 Std. aus dem Tiefkühlfach geholt, erneut gescannt und so hatten wir von jedem Text 2 Versionen. Eine makellose und eine völlig kaputte. Das Booklet ist so aufgebaut, dass anfangs eher die makellosere Schrift verwendet ist und es gegen Ende immer wilder und kaputter wird. Es ist auch gewollt, dass man nicht alles lesen kann, das gehört zum Konzept.
Felix: Die Texte waren ja eh meistens schon mal da.
Torben: Gleichzeitig sollte eben dieses Logbuch die Geschichte unserer bisherigen Arbeit symbolisieren. Dass dort, ich will es jetzt bewusst nicht Tagebuch nennen, einige unserer Werke und Texte in einem gewissen Kontext zusammengefasst sind, sich wieder finden.
Betty: Schreibst Du immer noch alle Texte alleine oder fließen von den anderen Bandmitgliedern Ideen mit ein?
Torben: Die meisten Texte schreibe ich, aber in zunehmendem Maße bei den letzten beiden Alben hat Felix musikalisch und textlich mitgearbeitet. Vieles machen wir mittlerweile zu zweit. Ich erkundige mich zum Beispiel oft bei Felix, ob man Dinge so oder so sagen kann, weil sein englisch stark, und wir überlegen oft gemeinsam, wie man Dinge optimieren, sprachlich besser ausdrücken, geschmeidiger formulieren könnte.
Biggi: Aber die meisten Ideen als solche die kommen nach wie vor von Dir?
Torben: Ja.
Biggi: Gibt es ein Stück, welches Du heute nicht mehr veröffentlichen würdest, weil es zu viel Privates enthält?
Torben: Gute Frage! Ich muss spontan sagen: Nein. Und die spontanen Antworten sind oft die besten, weil ich nicht Musik mache, um mit irgendetwas hinter dem Berg zu halten oder cool rum zu tun. Es geht um Selbstverwirklichung und da setzt man sich automatisch auch mit sensibleren Themen der Außenwelt aus. Da muss man in Kauf nehmen, dass auch private Dinge an die Öffentlichkeit kommen und entsprechend angreifbar sind. Das ist, glaube ich, das Risiko, das Terrain auf das man sich begibt, wenn man so ein Verständnis von Musik und Kunst hat. Insofern muss man sich manchmal eingestehen, Dinge vielleicht so zu sagen oder zu formulieren, wie man es ein paar Jahre später nicht mehr tun würde. Das heißt aber nicht, dass es damals nicht doch relevant oder wichtig war. Es gibt auf der "Pale" Songs, bei denen ich im Nachhinein sagen würde, ich hätte Dinge anders gemacht. Aber das ist nichts, womit ich mich auseinandersetzte.
Biggi: Gibt es denn ein Thema, welches du nicht in einem Text behandeln wollen würdest?
Torben: Nein.
Biggi: Na das wird ja dann interessant in den nächsten Jahren!
Torben: Es gibt Themen, die sich mehr aufdrängen als andere.
Felix: Man muss einen Bezug dazu haben.
Torben: Ganz klar!
Felix: Also ich würde nie über etwas Lieder schreiben, zu dem ich keinen Bezug habe.
Torben: Es gibt viele Bands, die Geschichten erzählen in ihren Liedern, die sich etwas ausdenken, und ich glaube, das wird bei uns nie der Fall sein. Bei uns gibt es immer einen ganz persönlichen Bezug. Es wird nie ein Lied geben über etwas Beliebiges, bloß um einen Text zu haben. Ohne intensiven gedanklichen Bezug kann ich für meine Person auch keine Songtexte für Diorama schreiben.
Felix: Das wirst Du auch nie machen. Da kommst Du Dir blöd vor, so einen Song zu schreiben. !
Betty: Es war mal zu lesen, dass Du vor Diorama schon einmal musikalisch aktiv warst in Richtung Trance/Punk mit Nexus und Drinking Beer. Gibt es das noch und hast Du noch Kontakt zu denen?
Torben: Also Drinking Bier war meine erste Band, da war ich Drummer. Das waren die ersten Schuhe damals...Kinderschuhe. Mit meinem Bruder zusammen und ein paar seiner Kumpels. Die hatten keinen Drummer. Ich konnte zwar keine Drums spielen, habe mir aber ein Drum-Set gekauft dann ging das los. Wir waren echt die Helden auf jedem Schulschwoof (nicht Schulhof?). Wir waren sogar weit über die Stadtgrenzen hinaus ein großes Thema, nein Quatsch...es war einfach eine klassische Schülerband. Nexus war das signifikantere Projekt, das war mit Felix zusammen und zwei weitere Mitgliedern. Die Band wurde eigentlich gegründet, weil wir an einem Bandwettbewerb teilgenommen hatten, mit einem einzigen Song - einen Song geschrieben, damit beworben, und genommen worden. Dadurch hatten wir natürlich ein Riesenproblem, denn wir hatten eben nur diesen einen Song und die anderen Bands, die dort mitgemacht hatten waren richtige Bands, die eine Menge Songs hatten und auch schon länger zusammen spielten. Wir hatten ja mehr aus Jux diesen Song gemacht. Aufgrund des Wettbewerbs haben wir also angefangen, weitere Songs zu schreiben und eine Art Band zu etablieren.
Felix: Also Du kannst schon sagen, dass so der Prozess des Songwritings entstanden ist.
Torben: Das war das erste Mal, dass wir selbst elektronische Songs mit Gesang und Songstruktur geschrieben haben. Wir waren vorher mehr in Richtung Trance Produktionen unterwegs... weil wir primär Lust hatten auf Sound machen. Durch den Wettbewerb und die Songwriting-Phase ist dann der Bezug dazu entstanden, wie ein Song überhaupt aufgebaut sein muss. Wir sind übrigens ins Halbfinale gekommen, haben dann aber kläglich verloren. Wir waren halt eine Techno-Band und alle anderen waren Rocker, das ging dann irgendwann nach hinten los.
Betty: Per Google findet man ja gar nix darüber im Internet. Gab es da nie etwas davon?
Torben: Es wurde nie etwas veröffentlicht. Das war alles nur auf privater Hobbybasis.
Biggi: Apropos privat - Was hört Ihr privat für Musik? Könnt Ihr auch Eure eigene genießen?
Felix: Musikalisch sind wir beide wohl ziemlich breit gefächert...über Rock, über Pop und was weiß ich. Die eigene Musik sehr gerne zwischendurch. Also man kann die eigene Musik immer hören.
Torben: Ja, würde ich auch sagen. Also ich kann meine eigene Musik nur kurz nach Produktionsende nicht hören. Wenn alles geschafft ist und die CD im Presswerk ist, dann brauch ich erst einmal großen Abstand. Ansonsten habe ich ein positives Verhältnis zu den eigenen Stücken. Man hat ja die Stücke nicht einfach nur so gemacht, weil man nichts Besseres zu tun hatte, sondern weil ein Bedürfnis damit erfüllt wurde. Das kann man dann auch mal passiv genießen.
Felix: Gleiche Frage wie: "Guckst Du Dich gern im Spiegel an...?" Das ist wie mit der Musik, dass Du Dein eigenes Werk immer wieder gern anhörst, wenn´s schön ist.
..Lachen
Torben: Ich muss einen Cut ziehen, ich kann mit fröhlicher Musik nichts anfangen. In jeder Form. Sobald etwas einen Anflug von Fröhlichkeit hat, von Happy Camper, dann kann ich das höchstens mal aus einer sehr albernen oder destruktiven Stimmung heraus hören.
Betty: "Schnappi das Krokodil" ...
Lautes Lachen...
Torben: Genau...Schnappi oder so! Alles klar! Wenn man albern ist, dann hört man sich auch so einen Scheiß an und findet es lustig. Aber wirklich Musik hören und genießen, nachvollziehen können, das muss immer melancholisch sein. Dann ist es für mich auch egal, welche Musikrichtung es ist, Pop, Metal, Rock, auch Ambient oder der Jazz-Bereich. Hauptsache es hat eine schwermütige und tiefe emotionale Komponente, aus der man eine gewisse Seele sprechen hört.
Betty: Kennst Du den Jazzclub hier in Reutlingen?
Torben: "Jazzclub In der Mitte"? Nie gehört! :-)
Betty: Die haben dort einen netten Keller.
Torben: Ich war sehr selten dort. Da wolltet Ihr zuerst das Interview machen, wetten?
Betty: Genau! Dann hatte ich aber eine sehr nette E-Mail von denen zurück bekommen!
Torben: Oha! Und zwar?
Biggi: Das ist schon nicht ganz uninteressant!
Betty: Das war die absolute Härte! Hier kannst Du mal lesen! Aber die haben rückwirkend eine sehr nette E-Mail von uns bekommen!
Biggi: ...wonach folglich der Kontakt einschlief.
Betty: Dann machen wir jetzt noch die aktuellen Fragen der Fans. Aus aktuellem Anlass, das WGT, falls Ihr doch noch zu einem Auftritt kommt, gäbe es ja die einmalige Möglichkeit für Dich, Torben, ein Duett mit der Sängerin von The Gathering zu starten, da sie auf dem diesjährigem WGT auftreten...können wir auch ein solches hoffen?
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