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Da standen wir nun also - inmitten einer kleinen Kneipe, irgendwo auf dem Unigelände in Hannover. Nebenan das mittwochabendliche Treffen des Seniorenvereins, und vor uns das äußerst zweifelhafte Unterfangen, einen angetrunkenen Gastwirt nach dem Weg zum Faust zu fragen. Das Ergebnis: Acht verschiedene Möglichkeiten, totale Verwirrung und wieder einmal ein Konzert, das ohne uns begann. Diorama waren bereits vollauf damit beschäftigt, das Publikum zum Tanzen zu bringen, was jedoch trotz eines großartigen Auftritts bis zum Ende nicht gelingen wollte. Erst als sie die Bühne verlassen hatten und der Saal im Dunkeln lag, kam Leben in die Anwesenden. Sie klatschten und jubelten so lange, bis Diorama sichtlich erfreut zurückkamen, einen weiteren Song zum Besten gaben und sogar für offenkundige Begeisterung sorgten, denn ich glaube, ich habe den einen oder anderen mit dem Fuß wippen sehen. Nichtsdestotrotz verabschiedeten sie sich anschließend unter erneutem Beifall und überließen die Bühne nach einer kurzen Pause dem Hauptact oder besser: dem zweiten Headliner des Abends. Zu den Klängen von Rebellion erschienen Diary Of Dreams auf der Bühne und eröffneten damit ein einmaliges Konzerterlebnis. Wenn man den Veröffentlichungen der Formation schon eine große Intensität an Emotionen nachsagt, kann man ihr jetzt auch noch unbedenklich eine unglaubliche Bühnenpräsenz attestieren, denn das Zusammenspiel der Band war einfach faszinierend. Noch kraftvoller als auf den Alben, was sicherlich nicht zuletzt Gaun:As Gitarreneinsätzen zuzuschreiben ist, präsentierten sich die Songs und wurden durch Adrians Gesang geradezu lebendig. Stücke wie End(giftet)? und Butterfly:dance! entführten in die Vergangenheit, während The Curse, She und AmoK oder Tracks der aktuellen EP wie Panik? und Soul Stripper zum Tanzen aufforderten und ihre Wirkung nicht verfehlten. Persönliches Highlight für mich war es, Traumtänzer und The Scream live erleben zu dürfen, die - wie formulierte es meine Begleitung noch gleich - zum Sterben schön waren. Und wie immer, wenn etwas besonders schön ist, war auch dieses Konzert viel zu schnell vorbei, auch wenn es niemand so recht glauben oder wahrhaben wollte. Selbst nach drei Zugaben hatte das - obschon allgemein wenig begeisterungsfähige - Publikum noch immer nicht genug. Noch eine Viertelstunde später wollten die Beifallsbekundungen und "Zugabe!"-Rufe nicht enden, was aber nichts an der Tatsache änderte, dass das Konzert vorbei war und Platz machte für eine gleichermaßen geliebte wie gehasste Melancholie, die nach einem sol-Erlebnis einsetzt und das nächste herbeisehnen lässt..
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