diorama

20.04.05 - frankfurt - batschkapp- auf tour mit vnv

Schon im Vorfeld des Konzerts war es für viele eine Überraschung gewesen, dieses Line-up in der für maximal 500 Leute ausgelegten Batschkapp anzutreffen. Folgerichtig war das Konzert auch bereits eine Woche zuvor bereits ausverkauft. Dementsprechend waren die Rahmenbedingungen dann auch nicht sonderlich prickelnd. Gedränge allerorten, lange Schlangen vor Theke und Toiletten sowie eine Luft, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient hätte. Aber dies alles wurde von den Besuchern angesichts des bevorstehenden Bühnenprogramms bereitwillig hingenommen. Soman-Solist Kolja Trelle heizte das Publikum zunächst mit einem peitschendem Techno-Body-Music-Set an, wobei er besonderes Augenmerk auf seine neue EP „Unleash" legte. Erst zum Schluss spielte er mit „Divine" jenen Track, den wirklich jeder im Raum zu kennen schien. Nach einer knappen halben Stunde war die Zeit von Soman dann aber um und die von Diorama brach an. Schnell wurde klar, dass auch Torben Wendt und seine Mannen in erster Linie hier waren, um ihr neues Album „Amaroid" bekannter zu machen. Songs wie „Logic Friends", „Friends We Used To Know", der neue Hit „The Girls" und viele mehr wurden von den wenigen älteren Liedern lediglich begleitet. Trotzdem wird es wohl noch eine gute Zeit dauern, bis Stücke wie „Her Liquid Arms" oder „Advance" als Live-Dauerbrenner abgelöst werden.
Erst gegen 23 Uhr war die Reihe dann an VNV Nation. Und hier bot sich dem Betrachter ein doch leicht überraschendes Bild: Denn anders als in früheren Tagen hatten sich Ronan Harris und Mark Jackson für die „Formation"-Tour der Dienste zweier zusätzlicher Keyboarder versichert. Das Bühnenbild wirkte dadurch zwar einerseits imposanter - weil Mark zwischen jenen beiden auf einem Podest, und damit leicht erhöht, seine Drums malträtierte -, andererseits sah man dank dieser Maßnahme von den Video-Installationen aber eben auch nicht allzu viel. Obwohl: Wer will bei einem Opener wie „Chrome" schon Video-Installationen sehen?! Ronan hatte den tobenden Mob jedenfalls von Beginn an gut im Griff, sogar so gut, dass er einem ekstatischen Tänzer bei „Joy" von der Bühne herunter das Pogen verbot. Da war der kleine Ire für einen Moment richtig sauer! Ansonsten überwog aber selbstverständlich die gute Laune. Angesichts des von Hits und neuen Songs durchzogenen Sets auch kein Wunder. Selbst bis dato VNV-untypi-sche Stücke wie „Homeward" oder „Perpetual"

oder „Standing" dankbar aufgenommen, so dass sich Ronan und Konsorten über die gesamte Spielzeit von anderthalb Stunden von Steve Palaser einem Höhepunkt zum nächsten und sogar noch zu drei Zugaben tragen ließen.

text: Marc Urban

quelle Pressebericht: Zillo - juni 2005

zillo magazin

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