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Der D-Day ist für die Reutlinger Band Diorama immer ein besonderes Ereignis, kann man doch als ansonsten weit reisende Band endlich vor der eigenen Haustür auftreten. Beim dritten Konzert dieser Art war nun dieses Jahr noch ein besonderer Gast mit dabei. Niemand geringeres als Anne Clark sollte anwesend sein. Das alles hatte zur Folge, daß auch ohne größere überregionale Werbung mitten in der Woche der "Ausverkauft"-Zettel an der Eingangstür klebte. Für meinen Geschmack war es sogar eine Idee zu voll, was sich vor allem am späteren Abend negativ bemerkbar machen sollte.
Die sehr schicke Location des franz.k (was für französisches Kino steht und nicht für Franz Kafka, was ja auch denkbar wäre) war also nicht nur gut gefüllt, sie wurde regelrecht belagert. Diorama begannen mit einem außergewöhnlich langen Intro, was die Spannung nochmals um einiges steigen ließ. Dann endlich aber konnte sich zu "Kein Mord" die angestaute Vorfreude bei den vielen Diorama-Fans im Raum entladen, diese jubelten so großartigen Songs wie "Exit the Grey", "Eminor" oder "Erase me" zu. Aber neben solch melodiösen wie dynamischen Klassikern schafften es auch drei neue Songs ins Programm. Neben dem schon in Glauchau erstmals gehörten "Acid Trip" waren dies "Cubed" und "Apocalypse", allesamt sehr mitreißende Stücke, die viel Spannung auf das hoffentlich bald erscheinende neue Album machten. Besinnlich und für mich dieses mal klarer Höhepunkt dann das gefühlvolle "Belle?".
Schade, daß bei einem Doppelheadliner-Konzert eine Band deutlich weniger Zeit zur Verfügung hatte, was leider so großartige Songs wie z. B. "The Girls" an der Aufführung hinderte. Davon abgesehen war dies aber einmal mehr ein fantastischer Auftritt einer Band in Bestform, der bereits viel Vorfreude aufs nächste Mal machte. Vielleicht mit einer Tour im Herbst? Es wäre zu hoffen.
Nach diesen viel zu kurzen 80 Minuten waren die klimatischen Bedingungen leider ein gewisses Problem, die Hitze und Stickigkeit beim Anne Clark Auftritt beeinträchtigte das Erlebnis doch leider erheblich, und nicht wenige Besucher mußten sich ab und zu vor der Tür ein paar Atemzüge Sauerstoff abholen.
Wer nun aber befürchtet hatte, daß die große Dame der Electromusik nur von ein zwei Keyboardern begleitet eine recht langweilige Darbietung liefern würde, wurde eines besseren belehrt. Ähnlich wie unlängst bei Peter Heppner war eine komplette Band mit anwesend, die das Konzert zu einem sehr abwechslungsreichen und stimmungsvollen Erlebnis werden ließ. Geschickt wurden alte Hits und neue Songs im Set platziert und die Bandmusiker kamen auch zu eigenen Auftritten, bei denen vor allem Rainer von Vielen mit seiner grandiosen Gesangsperformance glänzte. Nachdem Anne Clark mit Songs aus ihrem aktuellen Album "The smallest acts of kindness" und zahlreichen Klassikern wie "Sleeper in Metropolis" über die volle zeitliche Distanz inklusive mehrerer Zugaben gegangen war, entließ sie mit "Our darkness" ein erschöpftes aber glückliches Publium in die Dunkelheit der Reutlinger Nacht.
text: Frank Buttenbender
quelle onlinebericht: opusultimum.de - februar 2009
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