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Ihren dritten „D-Day“ feierten Diorama in prominenter Gesellschaft: Synthpop-Ikone Anne Clark war ebenfalls auf der Bühne des „Franz K.“ in Reutlingen zu bewundern.
„Heimspiele“ sind meistens etwas ganz besonderes. Dies scheint umso mehr zu gelten, wenn sie nicht in einer der großen Musikmetropolen stattfinden, sondern zum Beispiel im idyllischen schwäbischen Städtchen Reutlingen. Dort heißt so was dann, wenn es um Diorama geht, „D-Day“ und ist mit der dritten Auflage fast schon eine Traditionsveranstaltung.
Diese zog dann auch Fans aus der ganzen Republik an den Neckar...von denen allerdings einige mit einer grundlegenden Änderung der Tradition, nämlich einer zweiten Band, gar nicht einverstanden war. Das sollte im Laufe des Abends zu einem lustigen „Bäumchen wechsel Dich“-Spiel führen: Die Reihen vor der Bühne im ersten Teil des Abends waren fast komplett von Diorama-Fan-Shirts tragenden Menschen besetzt, von denen viele nach dem Auftritt „ihrer“ Band, teils unter Absingen von Protestsongs, den Saal verließen.
Was bedauerlich ist, sie haben einen großartigen Auftritt verpasst. Was auch für all jene gilt, die sich während des Diorama-Auftritts noch einen Kaffee oder eine Zigarette gönnten und erst zu Anne Clark den Saal betraten. Einen großen Vorteil hatte das Kommen und Gehen jedoch: Wäre der ausverkaufte Saal zu jeder Zeit mit allen Besuchern gefüllt gewesen, wäre die Luft wohl gar nicht mehr auszuhalten gewesen. Die war nämlich das einzige, was es wirklich zu bemäkeln gab, sonst war es ein ausgesprochen gelungener Abend.
Zu den Live-Auftritten von Diorama gehen mir so langsam die Superlative aus. Was Torben und Sash da auf der Bühne abziehen, ist schon ganz großes Kino. Sehr schön auch das neue Bühnenbild: Tolle Animationen gab es, sehr schönes Licht und die durch ihre Instrumente vom fröhlichen Treiben abgehaltenen Bandmitglieder Marquess und Felix (der ja durchaus auch zu den bewegungsfreudigeren Menschen gehört, wenn er nicht ans Keyboard „gefesselt“ ist) waren in Metallkäfige „eingesperrt“. Passend zu einem der drei neuen Titel, die vorgestellt wurden: Cube. Die neue CD sei fertig, verriet Torben den „lieben Konzertkarteninhabern“, man müsse nur noch die Plattenfirma überzeugen, dass sie sich auch verkaufen ließe. Nun, beim Publikum kamen die neuen Stücke gut an. Und Sash war von Torbens Gesang bei „Apocalypse“ so begeistert, dass es Küsschen gab. ;-) Nach knapp 90 Minuten und einem fulminanten Finale mit „hla“ musste die Band die heimatliche Bühne räumen –kurz (O-Ton Torben: „Na gut...aber schnell, wir sind im Zeitdruck!“), aber frenetisch von den Fans gefeiert. Aber obwohl es deutlich ruhiger zuging auf der Bühne, wusste Anne Clark das Publikum wie gewohnt zu fesseln. Bei den älteren Titeln gab es im Zuschauerraum sogar die eine oder andere Pogo-Runde, was Ms. Clark amüsiert-erstaunt zur Kenntnis nahm und mit englischen Understatement kommentierte: „Thank you, you are so kind“.
Rainer von Vielen durfte beweisen, dass er neben Hip-Hop auch Sopran singen kann – und wurde am Ende des Abends noch mit einem Ständchen bedacht, er feierte auf der Bühne in seinen Geburtstag rein. Mehr zur aktuellen Tour von Anne Clark hier
text: Michaela Kaebe
quelle onlinebericht: stage-press.de
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