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glaublich mitreißenden Beats einfangen ließ – das einzige wirkliche Highlight des Abends bleiben. Der Sound war extrem rhythmuslastig, es schien fast, als wären alle Melodien aus den Stücken zugunsten von mehr Bass herausgestrichen worden. Dadurch entstand wiederum eine sehr technoide, delirierende Atmosphäre, die beim Publikum unglaublich gut ankam. "Laßt mich Eure Hände sehen" brüllte Ronan Harris fast scootermäßig ins Publikum – und dem gefiels. Die Halle bebte unter den tanzenden Füßen einer Meute, die von der Band perfekt im Griff gehalten wurde. Egal ob nun neues Material wie "Arena", ganz altes Material wie "Joy" oder auch Stücke wie "Standing" und "Dark Angel" von der mit Abstand besten VNV Nation-Produktion "Empires", die Leute rasteten durchweg aus. Da die offensichtlich angestrebte Gleichförmigkeit im Sound von VNV Nation dem technoiden Charakter nur zuträglich war und die Fans offensichtlich genau das erwarteten, blieb die hohe Qualität der "Musik" aus. Ein neutraler Betrachter, der eher zu anspruchsvoller Muik wie Dioreama tendiert, war jedenfalls nach spätestens einer Stunde gequält und genervt, insbesondere, wenn man VNV Nation eigentlich schätzt, und weiß, wie die Stücke auf CD klingen.
Hinzu kam, daß Ronan Harris – im Gegensatz zu Diorama – seine Stimme live kaum im Griff hat, stellenweise röchelt, als wäre er Sänger einer schlechten Thrashmetal-Band und die Melancholie, die er auf CD ausdrücken kann, in keiner Sekunde einzufangen weiß. Das wurde mit übersprühenden Entertainerqualitäten abgedeckt, der Grad der Kommunikation mit dem Publikum war permanent hoch, und gesprächig war er auch noch. Wahlhamburger ist er, und stolz drauf. Als er dann nachfragte ob Bayern oder Sachsen anwesend seien, schalltem ihm wie in Berlin nicht anders zu erwarten Pfiffe entgegen, die er lächelnd mit einem "Wenn neben Euch einer steht, der mit schlechtem Akzent spricht, dann sagt ihm jetzt: Hey, ich liebe Dich!! Ich warte!!" quittierte. So ging das insgesamt eineinhalb Stunden, bis das Publikum (und die Band) total fertig waren und sich nicht mehr bewegen konnten. Fazit: ein VNV Nation-Set ist genauso anstrengend und anregend wie eine durchtanzte Nacht im Technoclub. Wer alllerdings anspruchsvolle Livemusik wollte, hätte nach Diorama gehen sollen.
text & fotos: whiskey-soda
quelle onlinebericht onstage: whiskey-soda.de
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