DIORAMA - repale

orkus magazin

Huch, was ist denn das? Nachdem uns der Ausnahmekünstler Torben Wendt mit seinen Mannen bereits im April dieses Jahres mit seinem vierten Album "Amaroid" begeistern konnte, legt der Reutlinger mit "Repale" nun einen weiteren Leckerbissen aus dem Diorama-Universum vor. Ganz schön produktiv, der Gute, denkt man da. Doch Vorsicht - der geneigte Fan sollte kein neues Studiowerk erwarten. "Repale" ist vielmehr eine gelungene und spannende Odyssee durch die unterschiedlichen Schaffensperioden Dioramas. Auf der CD befinden sich sowohl von allen vier Alben (Pale, Her liquid arms, The art of creating confusing spirits und Amaroid) ausgewählte Stücke als auch bisher unveröffentlichtes Material. An dieser Stelle sollte man aber auch keine Best Of Kopplung erwarten - die bereits erschienen Tracks wurden allesamt entweder von der Band selber oder von befreundeten Künstlern in ein frisches Gewand gekleidet. Das verspricht so manche Überraschung. Speziell die damals nur minimalistisch instrumentierten Nummern des Erstlings "Pale" werden in einer einzigartigen Weise bereichert, ohne ihnen den Charme zu nehmen. Behutsam bringen Torben & Co bei "Contradictive", "Pale" und "I wait for you" zusammen, was scheinbar schon immer zusammen gehörte. Daher ist der Aufschrei der absoluten Pale-Fans oder Liebhaber der anderen Alben auch nicht wirklich gerechtfertigt, bügeln Diorama den Song doch nie so sehr einen über, dass man sie nicht mehr hören mag. Auch die drei Lieder, die man in die Hände guter Freunde gegeben hat, verstehen es , sich auf ganz eigene Art von den Originalen abzuheben:
"Logic Friends" kommt in der Version von Kartagon sanfter als im Original daher. "Friends we used to know" dagegen verpacken Frozen Plasma in eine astreine Clubversion, die musikalisch streckenweise an VNV Nation erinnert. Mit einer außergewöhnlich instrumentierten und auf italienisch eingesungenen Fassung von
"Kiss of Knowledge" setzen Klangstabil den Remixen letztendlich das Sahnehäubchen auf. "Repale" bietet zwar nicht den Stimmungsbogen und die Homogenität, die man von einer normalen Diorama-Platte gewohnt ist, dafür aber eine ganze Reihe schöner anderer Sachen.

text: Kristina Logemann

quelle presse-rezension: Orkus - November 2005

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