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Torben Wendt entführt uns ein weiteres Mal in eine schonungslose Gefühlswelt. Waren seine ersten Werke eher von einer leichten Melancholie geprägt, so wird mit jedem weiteren Album Hoffnungslosigkeit und Abgründe aufgedeckt. Das mittlerweile sechste Studioalbum hat die Band in einen ganz eigenen Klangkosmos geführt und nun liegt es am Hörer, dass er den Jungs in diesen Kosmos folgt. Ist aber nicht ganz einfach, denn schon der Opener „Screenface“ beginnt brachial und ungewohnt hart. Verzerrte Vocals und monotone Rhythmen sind ein Novum, das am Anfang schockieren mag. Ab schon mit dem nächsten Stück „Definition Power“ wird eine Brücke zu dem Vorgängeralbum „Amaroid“ geschlagen, so dass man sich nicht zu stark fürchten muss. Was aber dieses Stück und das nachfolgende „Why“ deutlich machen: Diorama sind härter geworden, gehen noch kompromissloser in surreale und verschrobene Beats, als sie es früher getan haben. So werden die eigentlich weichen Synthiesequenzen in Kontrast gestellt. Am eingängigsten ist diese Gegenüberstellung bei „Synthesize Me“ und „Exit The Grey“. Einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Sands“, das zwar ruhig anfängt, aber im Finale mit einem Sturm aus verzerrtem Gesang und einer Wand aus Rhythmen wie ein Hilfeschrei in rauer See klingt. Wie ohnehin das ganze Album ein Seelensturm darstellt, der erst mit den letzten ruhigen Stücken „Blessed“ und „Colder“ sich zur Ruhe legt. Ein gewagtes Album, das die Fans bestimmt nicht vorbehaltlos aufnehmen werden, das aber aufgrund seines Mutes zur schonungslosen emotionalen Offenlegung sehr viel Respekt verdient. Sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll!
(5/6)
text: Nuuc
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