DIORAMA - amaroid

Willkommen zu AMAROID, der aktuellen Tonbildschau von und mit DIORAMA. Die Reutlinger Torben Wendt (voc), Felix Marc (key/voc), Bernard le Sigue (ba/voc) und Sash Fiddler (guit/voc) liefern 13 Stücke und 70 Minuten lang den Soundtrack, der unsere visuelle Vorstellungskraft zum rotieren bringt.
Bereits mit ihrer dritten, vor 2 ½ Jahren erschienen CD „The Art of creating confusing Spirits“ überraschten sie mit einer heutzutage leider seltenen Vielfältigkeit. Wie kaum eine andere Band verstehen es Diorama, spannende Kompositionen in abwechslungsreiche elektronische Arrangements zu verpacken und so ein eigenes Klanguniversum zu schaffen.
Ihre Art ist eher die leise, feine als die laute, grobe, und trotzdem setzen sie mit ihren Melodien und Klängen viel positive Energie frei. Mindestens so stark wie die Musik nimmt man die gefühlvolle Stimme Torben Wendts wahr. Und Gänsehaut ist fast schon garantiert, wenn die Band zu „Chorgesängen“ ansetzt oder mit zweiten Gesangslinien arbeitet (z.B. in „Odyssey into the Vacuum“). Da Diorama diese Qualitäten bei ihren Liveauftritten noch mehr ausspielen können, lohnt sich ein Konzertbesuch natürlich selbstredend.
Die absoluten Höhepunkte von Amaroid sind meiner Meinung nach alle zwischen Track fünf und elf zu finden. Was uns da an entspannten Popsongs („Someone dies“/„Random Starlight“), druckvolleren Hymnen („Friends we used to know“/„Champagne for all“) und kraftvollen, unheimlich atmo/sphärischen Meisterwerken („Prozac Junkies“/„Odyssey into the Vacuum“) geboten wird, findet man selten auf einem einzigen Tonträger. Dabei darf man das einleitende und gleich erwartungsvoll stimmende „Logic Friends“, ein für Diorama etwas rauhes „The Girls“, das auch vom Text her beeindruckende „Dear Brother“ und die wunderbaren Balladen keinesfalls vergessen.
Wer intelligente elektronische Popmusik mag, die trotz aller Elektronik sehr menschlich und organisch ist, wird dieses Album lieben. Ein gewaltiges Kunstwerk für Menschen, die Musik gerne im Dunkeln hören, diese einfach auf sich wirken lassen, darüber nachdenken oder dazu tanzen wollen. Mit Amaroid haben sich Diorama jetzt schon ein Denkmal gesetzt und lassen sogar uns „erfahrene“ Hörer ;-) verzaubert zurück.

text: daniel K.

quelle online-rezension: depechemode.ch (rezension nicht mehr online)

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