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Wer bei „amaroid“ die Augen schließt, dem kann es passieren, dass er die Realität um sich herum komplett vergisst. Mit ihrem vierten Album nehmen Diorama den Hörer mit auf eine Reise - wahlweise zum eigenen Ich oder in die Unendlichkeit. „amaroid“ vereint 13 wohl durchdachte Stücke zwischen Tanzbarkeit und balladesken Tönen. Zwei Jahre Arbeit haben Torben Wendt und Felix Marc in ihre neueste Veröffentlichung investiert. Das Duo hat nichts dem Zufall überlassen, denn nur so kann es seine hohen textlichen und kompositorischen Ansprüche umsetzen. Das Endergebnis, das da aus den Boxen schallt, zeigt einmal mehr, dass Diorama ihr Handwerk verstehen. Sie kreieren extrem atmosphärische Stücke - und das auf produktionstechnisch höchstem Niveau. In nicht weniger als fünf Studios wurden die Songs von „amaroid“ fertig gestellt. Auch wenn auf diesem Diorama-Album einmal mehr die melancholische Grundstimmung dominiert, langweilig wird’s nie. Instrumentale, auch mal schrägere Passagen sorgen dafür, dass das klassische Strophe-Refrain-Muster aufgebrochen wird. Mit Clubnummern („the girls“), Midtempostücken („someone dies“) und Zurücklehn-Titeln wie „helmets down“ wird ein vielfältiges Electro-/Darkwave-Spektrum abgedeckt. Das Booklet verdient wegen seiner liebevollen Gestaltung besondere Beachtung und sollte auch den letzten Zweifler zum Kauf dieser Platte bewegen. „amaroid“ ist kein Album, sondern ein Trip, der mit dem großartigen Schlusspunkt „two boats“ nahezu symphonische Dimensionen erreicht.
text: Stefan Bast
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