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Unveröffentlichte Songs aus verschiedenen Aufnahmesessions, Re- mixe von Liedern aus allen Phasen der Bandgeschichte, dazu eigene Neuinterpretationen von Songs des damals durchaus begeisternden Debüts "Pale" - all das lässt trotz des hohen Standards, den DIORAMA schon immer besaßen, ein fürchterliches Sammelsurium min- derwertigen Klangmaterials befürchten. Doch von wegen! Erstaunlich flüssig fügen sich die Tracks trotz ihres ganz unterschiedlichen Entstehungshintergrunds zu einem überaus reizvollen ganzen zusammen. Das unveröffentlichte Material ist alles andere als vernachlässigbar, gerade bei "Drowned" wäre es für Fans des Darkwave-Geheimtipps ein echter Verlust gewesen, hätte Torben Wendt den Song auf seiner Studiofestplatte verhungern lassen. "Exploitation" überzeugt mit einem unaufdringlichen östlichen Touch, während "On The Rocks" sphärisch schwebend den umso wuchtigeren Tanzflächenfüller "World Of Ice" einläutet. Die Neuinterpretationen wiederum funktionieren ebenfalls hervorragend, da die Stücke des Frühwerks derart großes Potential besitzen, dass sie einer Neubearbeitung mit mehr elektronischen Spielereien statt elegischen Klavierpassagen in Anlehnung an das damalige übermächtige Vorbild DIARY OF DREAMS nicht nur standhalten, sondern den Originalen voll und ganz ebenbürtig sind. Zwar fehlt der Reiz des Neuen, doch das wird durch die eigenständigeren, facettenreicheren Ausarbeitungen auf "Repale" wettgemacht. Ein weiterer Zeuge für diese Aussage ist "Leaving Hollywood", das dank Akkordeonsamples und 3/4-Takt auch in einer schmalen Gasse von Paris erklingen könnte, in der aktualisierten Fassung jedoch vor allem um einiges trauriger und opulenter klingt. Aber auch die Remixe verschiedener Songs von anderen Alben haben es oftmals in sich. "Il bacio della reallizzatione" alias "Kiss Of Knowledge" von "The Art Of Confusing Spirits" wird beispielsweise von KLANGSTABIL durch den Sprachenwechsel seiner ursprünglichen Faszination durch Torbens emotionale Stimme beraubt, kann jedoch mittels eines auffälligen hypnotischen Sounds und die Kinderstimmen im Refrain punkten, wo das Original zu konventionell geraten war. Vor allem stimmt auf "Repale" wieder die Mischung aus Innovativität, Tanzbarkeit und emotionaler Dichte voller Melancholie, die auf den letzten Alben ein wenig aus dem Gleichgewicht geraten war.
Statt Leichenfledderei wird hier also hochwertige Musizierkunst betrieben, die in ihrer Vielfalt und dank der gleichzeitig vorhandenen gemeinsamen Richtung DIORAMA auf dem bisherigen Höhepunkt des Schaffens zeigt. Dass Sound und optische Aufmachung einmal mehr absolute Spitze sind, soll zudem nicht verschwiegen werden. Auch in diesem Bereich setzen DIORAMA Maßstäbe. Bleibt zu hoffen, dass die packende Mixtur aus vielschichtigen Synthieteppichen voller Gefühl, markanter Stimme und wandlungsfähiger Rhythmik auch das nächste vollwertige Album zu einem ähnlichen Hörerlebnis macht!
text: Rachendrachen
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